Wer war Florian Geyer

Florian Geyer

Florian Geyer wurde um 1490 geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters erbte er schon sehr jung ein Vermögen und umfangreiche Ländereien. 1517 wurde er nach einem Zinsstreit mit dem Stift Neumünster exkommuniziert und blieb bis zu seinem Tode im Bann. Ab 1519 diente er als Lehnsmann mehreren deutschen Fürsten und führte für sie diplomatische Verhandlungen an den Höfen Europas. 1523 begegnete er in Wittenberg Martin Luther und wurde dessen überzeugter Anhänger.

Bei Ausbruch des Bauerkrieges 1525 war er Berater und Verhandlungsführer der Tauberbauern. Er half bei der Organisation des Bauernheeres und erarbeitete strategische Grundsätze, außerdem stellte er aus seinem Vermögen eine mehrere hundert Mann starke Kerntruppe auf, den „Schwarzen Haufen“. Als Unterhändler konnte er einige kleinere Städte gewinnen, unter anderem Rothenburg ob der Tauber. Sein Ziel im Kampf gegen das Landesfürstentum war eine Reichsreform, die die geistlichen und adligen Vorrechte beseitigte, auf Bauern- und Bürgertum gegründet,  mit dem Evangelium als moralischer Grundlage. Geyer konnte sich bei den radikalisierten Bauern mit seiner gemäßigten Anschauung aber nicht durchsetzen und stieß wegen seiner adeligen Herkunft oft auf Misstrauen.

Erst als die Truppen des Schwäbischen Bundes den Bauern schwere Niederlagen beibrachten, wurde auf Anraten Geyers der Versuch gemacht, einen Frieden auszuhandeln. Geyer reiste nach Rothenburg, um die Eskorte des Vermittlers zu erwarten. Nach der entscheidenden militärischen Niederlage der Bauern wurde er aber noch vor dessen Ankunft aus der Stadt ausgewiesen und ritt allein nach Norden. In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 1525 wurde Florian Geyer im Gramschatzer Wald bei Würzburg erstochen und ausgeraubt. Der Verbleib seiner Leiche ist unklar.

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